Prototyp gesichtet: Kuhn erweitert Anbaugeräte für Karl

Aktuell | Prototyp gesichtet: Kuhn erweitert Anbaugeräte für Karl Prototyp gesichtet: Kuhn erweitert Anbaugeräte für Karl Auch wenn der Kuhn Karl als autonome Einheit noch nicht auf dem Markt ist, scheint Kuhn aktuell weitere Anbaugeräte zu testen. Der Ladewagen soll Luis 26 heißen und vollelektrisch laufen.

Kuhn stellte erstmals auf der Agritechnica 2023 das autonome Trägerfahrzeug Karl vor. Neben dem Grubber, der Federzinkenegge und der Kreiselegge, die mit entsprechender Sensorik ausgestattet sind, will Kuhn anscheinend jetzt das Einsatzspektrum erweitern.

Ladewagen für Kuhn Karl

Mit dem Ladewagen Luis will Kuhn jetzt auch autonom aufs Grünland. Dazu entwickelten sie einen Ladewagen, der an den Kuhn Karl angeflanscht wird. Da Luis ausschließlich mit elektrisch ansteuerbaren Komponenten betrieben wird, müssen lediglich ein Stecker für die Stromversorgung und ein Isobus-Stecker gekoppelt werden. Ähnlich wie die anderen Anbaugeräte hängt die Ladewageneinheit im Dreipunkt.

Wie oben beschrieben erfolgt die Steuerung der Aggregate über Isobus bzw. per App. Die bekannte Smartphone-Anwendung des Kuhn Karl wurde nun durch den Reiter „Ladewagen“ erweitert. Dort werden alle Einstellungen und Steuerung voreingestellt, so dass der Ladewagen autonom das Gras einsammeln kann. Durch die neue Kameratechnik EyeSwath und entsprechende Sensorik steuert Karl Luis direkt über das Schwad, so dass keine Ernteverluste bei der Aufnahme des Futters entstehen.

Ladewagen und Futterlogistik neugedacht

Der Ladewagen Luis sammelt das Gras am Ende durch einen neuartigen Mechanismus auf, den Kuhn GrassLadder nennt: Unter der Haube soll sich eine 2,50 m breite Pickup befinden, die das Gras an einen Elevator übergibt, der das Gras auf den 26 m³ großen Laderaum befördert. Die einzelnen Komponenten stimmen sich automatisiert ab – je nach Erntemenge wird die Fahrgeschwindigkeit, die Drehgeschwindigkeit der Pickup und auch die Laufgeschwindigkeit des Elevators angepasst. Eine maximale Arbeitsgeschwindigkeit gibt Kuhn mit 8 km/h an.

Um dem Trend der kurzen Schnittlängen gerecht zu werden, hat Kuhn das von der Presswickelkombination bekannte 33 Messer Schneidwerk eingebaut - und zwar zweifach. Somit schneiden 66 Schneiden das Futter auf weniger als 20 mm theoretischer Schnittlänge.

In erster Linie ist laut Kuhn der Luis für die Ernte von arrondierten Flächen gedacht, so dass der Ladewagen autonom einsammelt und dann das Erntegut vor dem Silo wieder austrägt. Besonders für Grünlandregionen mit großer Flächenstruktur wird nach Angaben von Kuhn außerdem an einer Verladestation mit Bunker gearbeitet, die Luis autonom am Feldrand anfährt, um dort das Erntegut auf Logistikfahrzeuge überzuladen.

Apropos entladen: Das Erntegut wird ebenfalls hinten am Luis ausgetragen. Dafür wird die komplette Mechanik von der Pickup bis zum Elevator hochgeschwenkt. Durch die großzügige Öffnung kann das Erntegut in weniger als zwei Minuten entladen werden.

Software und Autonomie

Neben einer Reihe von Sensoren, die mit den Sensoren von Karl kommunizieren und so für einen 360°-Rundumblick sorgen, gibt es einige weitere Raffinessen, die Kuhn in den Luis eingebaut hat. Zwei Lidar-Sensoren zeichnen das Schwad auf und errechnen so das Volumen. Dadurch wird automatisiert die Erntemenge bzw. der Ertrag aufgezeichnet, noch bevor das Futter im Silo angekommen ist. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz wird sogar die Dichte der Ablage erkannt, so dass Kuhn von einer Genauigkeit der Erntemenge von etwa 98,6 % spricht.

Unter der ersten Achse des Luis befindet sich ein weiterer Sensor, der eventuelle Tierkadaver und den Verschmutzungsgrad ermittelt und so eine 100 % sichere Einlagerung des Ernteguts garantiert. Ebenso können alle Werte des Ernteguts wie Frischmasse durch einen NIR-Sensor zwischen Pickup und Elevator ermittelt werden.

Die elektrischen Antriebe messen die Auslastung der Motoren und erkennen so Blockaden oder Störungen frühzeitig und beugen im besten Fall vor.

Für die Behebung der Blockaden gibt es einen manuellen (ferngesteuerten) Modus, mit dem man den Luis rückwärts laufen lassen kann. Dadurch wird das Erntegut über den Elevator und die Pickup wieder ins Schwad abgelegt und das Einsammeln kann erneut versucht werden.

Wie geht es weiter"

In der Saison 2026 und auch 2027 soll Luis weitere Erfahrungen sammeln. Außerdem sind in Punkto Bodenschonung noch einige Tests mit Karl und Luis angedacht. Zusätzlich arbeitet Kuhn gerade an einer optimierten Service- und Waschfunktion: Mit dieser Funktion soll Luis sich – ebenfalls elektrisch – an verschiedenen Stellen öffnen, so dass Wartung und das Säubern einfach von der Hand gehen soll.

Zur Saison 2028 soll sowohl der Karl, als auch Luis auf den Markt kommen.

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Mittwoch, 1. April 2026

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